Großer Tag im Leben eines Schnupperruderers

 

Treffpunkt Bootshaus am 9. Juni 01. Das Aufladen der Boote ist aufregend, erstaunlich, was alles auf einen Hänger paßt. Christoph zieht die kostbare Ladung ans ferne Ziel Bodenwerder. (Bis jetzt haben wir höchstens knapp um die Ohrkurve gesehen.)

In Bodenwerder bringen wir die Boote mit mehr linken als rechten Händen zu Wasser unter den wachsamen Augen von Anne, Christoph und Dirk; welch ein Glück, rot und grün verwechselt sich so leicht! Dann das befriedigende Gefühl, sich ins wackelige Boot geschafft zu haben. Herrlich, wir genießen die ersten Schläge durchs Wasser, das gute Wetter, die schöne Landschaft. Das Rudern funktioniert wie von selbst, wir fahren stromab. So könnte es ewig weitergehen.

Bei der Fähre müssen wir aufpassen, wir! Nicht die Fähre. Großzügig lassen wir die anderen überholen. Alles klappt bestens, die Stimmung ist gut. Die Picknicker unter uns packen ihr Brot aus und setzen die Flasche an. Ich hatte mal wieder rein an gar nichts gedacht und freue mich um so mehr auf das gemeinsame Abendessen.

Unterwegs wechseln wir die Plätze, jeder von uns Anfängern darf mal ans Steuer. Bei mir klappt das besonders gut: als ich mehr in die Flußmitte will, fährt das Boot schnurstracks auf das Ufer zu. Noch gerade ehe wir zum Sprung auf die Böschung ansetzen, schreie ich die Mannschaft zum Halten an. Jetzt muß ich erstmal hinter meinem Rücken die Ruderleine sortieren, die aus unerfindlichen Gründen überkreuz liegt. Peinlich.

Spätestens bei den Latferder Klippen wird es irgendwie unbequem auf dem Rollsitz, ich könnte ein Kissen gebrauchen, doch keiner sagt was, ich auch nicht. Geduldig rudern wir weiter, die Strömung wirdnach Kirchohsen langsamer, bilde ich mir ein, wir müssen richtig rudern oder erlahmen meine Arme bereits? Bald kommt das Bootshaus in Sicht.

Wir haben die Fahrt, unsere erste, genossen, sind wohlig erschöpft. Nächster Treff nach dem Aufräumen: Tündernsche Warte, gleich nebenan. Jetzt schmeckt das Essen, erst recht das Bier. Eine Weile sitzen wir gemütlich zusammen, lernen uns besser kennen, reden über dies und das, bevor wir auseinandergehen mit dem guten Gefühl: wir sehen uns wieder beim Rudern.

 

Ingrid Mersch



<< zurück